Fritz!Box-DSL Uplink mit Patchkabel an Telefonleitung

Der bekannte DSL-Router von AVM – die Fritz!Box – wird üblicherweise mit einem grauen Kabel ausgeliefert, das auf einer Seite einen RJ45-Stecker („Netzwerkdose“) hat und auf der anderen Seite einen TAE-Stecker („Telefondose“). Dieses Kabel ist allerdings sehr dünn und ungeschirmt und TAE-Dosen (Telefondosen) sind auch keine Wunder der Hochfrequenztechnik.

In diesem DSL-Anschlusskabel sind die Adern 1a und 1b vom TAE-Stecker auf die mittleren beiden Pins (4+5) auf dem RJ45-Stecker verbunden. Mehr als diese beiden Adern benötigt man auch nicht für DSL.

Die Idee besteht nun darin, die TAE-Dose („Telefonsteckdose“) an der Wand zu ersetzen durch eine RJ45-Steckdose, bei der die ankommenden Adern 1a und 1b auf die mittleren beiden Pins verbunden werden. Telefonleitung (zB J-Y(St)Y 2x2x0,8) besteht aus 2 Aderpaaren rot-gelb und weiss-schwarz in einer gemeinsamen Abschirmung.

0.8mm dicke Adern sind recht wuchtig für die LSA-Klemmen einer typischen CAT6-Netzwerkdose. Daher bietet sich hier eine ISDN-Steckdose mit Schraubklemmen an. Die folgenden Bilder zeigen den Aufbau, den ich die Tage einmal „in echt“ ausprobieren werde:

 

Alternativ habe ich versucht die 0.8mm dicken Adern 1a (rot) und 1b (gelb) in einer CAT6-Netzwerkdose auf die Kontakte 4 und 5 zu klemmen. Grundsätzlich scheint es zu gehen, aber man sieht deutlich, dass die Schneidklemmen nicht für so dicke Adern gedacht sind:

 

 

Generell sei noch die Warnung ausgesprochen: Aus einer Telefonleitung könnten 60V-90V und mehr anliegen. Steckt man an so eine Dose irgendetwas anderes als eine Fritz!Box, könnte Schäden durch Überspannung verursachen. Es sei außerdem explizit darauf hingewiesen, dass eine derart beschaltete RJ45-Dose nicht kompatibel mit ISDN (S0) ist, auch wenn hier eine ISDN-Dose zweckentfremdet wurde!

 

Update: Auf dieser Seite steht weiter unten der wichtige Hinweis zu lesen:

Kabelempfehlung für die Verbindung APL – DSL-Modem (nur bei ohnehin fälliger Neuinstallation):

  • Cat 5 oder höher, aber: Höhere Kategorien bringen keinen Vorteil im Telefonnetz
  • Nur Kupferadern! Netzwerkkabel mit Aluminium-Leiter (CCA) ist Schrott und beim Altmetallhändler zu entsorgen
  • Kein Patchkabel, nur Installationskabel (in Deppensprech: „Verlegekabel”) verwenden
  • Kein J-Y(St)Y mehr bei Neumontage!

Das bedeutet, dass ich das ohnehin reichlich vorhandene Cat6/7-Installationskabel als Telefonleitung verlegen werde, auf einer Seite direkt im APL verbunden mit den Adern 1a und 1b und auf der anderen Seite mit einer CAT6 Netzwerkdose (Kontakte 4+5) für den direkten Anschluss per Patchkabel an die FritzBox, wie oben gezeigt.

Das J-Y(St)Y 2x2x0,8 werde ich dann doch nur für Klingeldraht, 1wire und KNX-Anwendungen einsetzen, die mit einigen hundert KHz auskommen.

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2 Kommentare zu “Fritz!Box-DSL Uplink mit Patchkabel an Telefonleitung
  1. Andreas B. sagt:

    Genialer Beitrag…

  2. woschd sagt:

    Das J-Y(St)Y 2x2x0,6 (wenn es unbedingt falsch sein soll, dann auch 0,8) ist als Sternvierer verseilt. Die Doppeladern sind a/b rot/schwarz und weiß/gelb.
    Wenn man gelb/rot als Doppelader nimmt stimmt weder Impedanz noch Übersprechdämpfung.

    Kann man übrigens alles im oben verlinktem Beitrag nachlesen:
    bedienungsanleitung.elektronotdienst-nuernberg.de/impedanz.html

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