Nützliches…

… und Unnützes.

Was benötigt man bei der Sanierung / Renovierung / Modernisierung eines Altbaus? Klar gibt es da keine pauschale Aussage, aber ich kann ja einmal wiedergeben, was uns in den letzten 2,5 Jahren an Werkzeug und Material geholfen hat und was so eher still in irgendeiner Ecke vor sich hin steht. Reihenfolge ist „wie es mir einfällt“ und ich kann mich fast ausschließlich auf das beziehen, was wir selbst haben. Unsere Situation ist zu 90% der Fälle zwei Personen auf der Baustelle, manchmal macht auch einer mal etwas alleine.

Anfangen möchte ich mit den (Elektro-) Geräten:

  • Akkuschrauber – diesen haben wir 2-fach, identisch mit je einem Ersatzakku. Also 2 Akkuschrauber, 4 Akkus, 2 Ladegeräte. Hat den Vorteil, daß man z.B. gleichzeitig / parallel Schraubenlöcher vorbohren und Schrauben eindrehen kann, ohne Aufsätze wechseln zu müssen. Ist ein älteres Modell Bosch grün.
  • Bosch Ixo: Für die kleinen Aufgaben und Ecken, in die die größeren Akkuschrauber nicht mehr passen.
  • Bohrmaschine mit Standardaufnahme – auch hiervon haben wir 2 Stück. Einmal eine „Kleine“ mit 500W, die dafür auch bei Arbeiten über Schulterhöhe nicht zu schwer ist und eine „Große“ mit 800W, die auch stark genug ist, um mal einen 10l-Eimer Streichkalk aufrühren zu können. Beide übrigens Bosch grün
  • Bohrhammer der bohren und hämmern und hämmern ohne bohren kann. Mit sds plus-Aufnahme. Wurde hier vor allem für das Bohren unzähliger Löcher in unterschieldichste Materialien und wirklich dicke Wände gebraucht, aber auch Fliesen vom Boden stemmen geht mit den entsprechenden Meiseln. Unser größter Kernbohrer ist 400mm lang und hat einen Außendurchmesser von 68mm. Für einige Löcher haben wir einen Bohrer mit 30mm Durchmesser und 600mm Länge verwendet. Hersteller ist Hornbach-Eigenmarke Pattfield.
  • Bohrhammer mit sds-Max-Aufnahme. Weil manche Aufgaben einfach mehr Kraft brauchen als „die kleine Pattfield“ leisten kann. Wir haben da irgendetwas Russisches von ebay oder Amazon, haben das Gerät aber erst recht spät gekauft, die meisten Abriss- und Boharbeiten leistete deshalb bisher die Pattfield. Größter Bohrer hier 32mm Durchmesser, 1000mm Länge.
  • Standbohrmaschine: Stand hier noch herum, Raphael hat sie auseinandergenommen und gängig gemacht. Wird selten benutzt, hat aber in Kombination mit Forstner-Bohrern richtig viel Arbeit gehabt, als Raphael das Gerüst entworfen und die Grundelemente gebaut hat.
  • Zug-, Kapp- und Gehrungssäge: Zugegeben, ich hatte mich anfangs mit „noch eine Säge, wozu  denn?“ gegen diese Anschaffung ein bisschen gesträubt. Hängt vielleicht damit zusammen, daß ich vor allen Sägen mit drehendem Sägeblatt große Angst hatte. Diese habe ich zum Glück ablegen können und so bin meist ich es, die Kanthölzer, Balken und Bretter bis ca. 40 cm Breite (die Säge kann nur bis 34 cm breite arbeiten) exakt zurechtsägt. Auch diverse Kindermöbelstücke wie Berliner Hocker und Garderoben wären ohne diese Säge fast nicht möglich gewesen
  • Stichsäge
  • Tauchkreissäge mit Führungsschine: Tipp von Raphaels Bruder, der Schreiner ist. Er hat uns erst seine Bosch Handkreissäge mit Schienen geliehen, wir haben uns dann eine Tauchkreissäge von Scheppach gekauft. Diese hat zwei Führungsschienen von je 1,40m Länge, die mit einem Verbindungsstück auf 2,80m zusammengesetzt werden können. Dies ist nötig, da wir mit den großen OSB-Platten (1,25 * 2,50m) arbeiten und diese auch längs schneiden können müssen. Das Arbeiten mit dem Verbindungsstück erfordert etwas Feingefühl, ich würde aber niemals mehr zu einer reinen „Anlegeschiene“ oder ähnlichem wechseln.
  • Tischkreissäge – war irgendwann fällig, es ist die Bosch grün geworden, von der Präzision her recht gut, stabiler Auflagetisch, durchdachte Werkzeuge. Muss unbedingt an einen Staubsauger angeschlossen werden, da sich sonst alle Späne in der Maschine sammeln.
  • Staubsauger – Die Mauernutfräse braucht definitiv einen Staubsauger, im Baumarkt empfahl man mir einen mit Motorrüttler. Dieser rüttelt auf Knopfdruck den Motorfilter frei, was wesentlich zur Verbesserung der Saugleistung beiträgt und den Motor wohl auch schützen soll. Das damals günstigste Gerät mit dieser Funktion kostete knapp über 200€ und war damit mehr als doppelt so teuer als die Mauernutfräse. Wir verwenden den Staubsauger mittlerweile gerade bei Holzarbeiten (sägen, schleifen) recht oft.
  • Aschesauger (Eimer mit Schlauch für an den Staubsauger) – Staubsaugerbeutel sind gerade für Baustellensauger sehr teuer. Unsere kosten aktuell über 4 € / Stück, da überlegt man schon mal, wie man etwas sparen kann. Wir haben uns einen Aschesauger gekauft, das ist ein Eimer mit Deckel, mit einem Loch für den Staubsaugerschlauch und einem Schlauchstück daran. Dazu noch einen längeren Schlauch dran geklebt… Nun haben wir also einen Vorsatzauffangbehälter, Feinstaub wird immer noch in den Saugbeutel selbst gesaugt, der grobe Schmutz fällt aber in den Eimer. Auch sehr praktisch, wenn man auf diese Art Abflussrohre freisaugt.
  • Mauernutfräse – ist wesentlich schnender, netter und akurater als mit Hand Schlitze zu hauen. Unser Billiggerät von Güde kostete so um die 90€ udn erfüllt seinen Zweck.
  • Kompressor – puh. Raphael musste da schon ein bisschen kämpfen, weil er auch gleich einen großen Kompressor mit 100l Druckbehälter haben wollte. Mittlerweile macht dieser Sinn und wird nicht nur zum Reifen aufpumpen und Dreck wegpusten genutzt, sondern auch mit Pressluftmeisel und Nagler.
  • Hochdruckreiniger – nice to have, aber kein Wunderwerkzeug oder wirklich unverzichtbar. Wer viel Zeit hat und auf saubere Pflastersteine steht, kann sich stundenlang mit der Bodenreinigungsdüse austoben, aber so wirklich oft und viel haben wir ihn noch nicht benutzt. Oh, den Gehweg damit zu reinigen ist eine blöde Idee. Abgesehen von potenziel schrägen Blicken durch die Nachbarn fördert eine solche Reinigung auch unheimlich das Wachstum irgendwelcher Pflanzenkeimlinge.
  • Elektrohobel – fast noch nicht benutzt, weil er sich doch nicht so verwenden ließ wie gedacht.
  • Oberfräse – Wir waren erst etwas skeptisch, ob man soetwas braucht, aber sie hat sich im Innenausbau (gerade bei den selbst hergestellten Fensterbänken und Laibungen) schon bewährt. Tut teils das, was wir uns vom Hobel erhofft hatten.
  • Säbelsäge – UniversalDingens für alle Arbeiten, bei denen freihand etwas zersägt werden muss. Unsere ist von Bosch und grün, bisher damit zersägt: Holz (vor allem die abgehängten Decken wurden so bearbeitet), Stahlwasserrohre und Porotonsteine (letzteres erzeugt allerdings Unmengen an Steinstaub).
  • Multitool – kleinere Sägearbeiten in Holz gehen damit super, schleifen macht nur Lärm aber bringt kein wirklich akzeptables Ergebnis.
  • Excenterschleifer – zum Abschliefen und Kantenbrechen von Holz (selbstgebaute Möbel aus Fichtebrettern), OSB-Platten und Spachtelmasse, Fensterrahmen, Türen, … Ist ein tolles Gerät, sollte für die eigene gesundheit an einem Stabsauger hängen *hust*. Wirklich tolles Gerät, aber meine Handgelenke, im speziellen die Karpaltunnel, finden das Vibrieren garnicht lustig. So habe ich momentan nur die Alternativen „Exzenterschleifer und wochenlange Schmerzen“ oder „mit Hand schleifen“ 🙁
  • Bandschleifer – gut für viel Abtrag, hiermit hat Raphael beispielsweise die Tür- und Fensterlaibungen passend geschliffen.
  • Elektrospachtel – vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie z.B. Putz entfernen, Kacheln von der Wand entfernen… ich habe mich damit noch nicht anfreunden können, Raphael liebt das Teil.
  • Putzrührmaschine – weil Putz und Mörtel anrühren per Hand nicht gut geht und sehr anstrengend ist.
  • Heißluftfön – Yeah. Zum Lack entfernen an Türen. Stinkt ein bisschen, dafür vertragen das meine Karpaltunnel (siehe Excenterschleifer).
  • Niverlierlaser – Ich glaube ohne ein solches Gerät hätten wir keine einzige Wand gerade hinbekommen und auch nicht gewusst, wie wir den Boden „ins Wasser bekommen“. Unverzichtbar.
  • 2-Punkt-Laser – Etwas auf dem Boden aufmalen und auf die Decke projezieren. Klappt. Wir haben damit aber auch Kanten an Wänden und z.B. Türen exakt ausgerichtet, indem wir den Punktlaser so plaziert haben, daß die Kante genau durch den Strahl geschnitten wird.
  • Laser-Entfernungsmesser – Praktisch, um größere Distanzen zu vermessen, ist aber für genaues Arbeiten im kleineren Bereich, im Vergleich zum Zollstock, zu ungenau.

 

Kommen wir zu den Nicht-Elektro-Werkzeugen:

  • Brecheisen/Stemmeisen/Nageleisen. Wir haben zwei Stück, eine in 60 und eine in 80 cm länge. Nicht nur zum herausbrechen nützlich, sondern auch um beispielsweise OSB-Platten zu hebeln, Holz in seine Position zu bringen, …
  • Leitern: Wir haben neben einem zweier-Holztritt (Bekväm von IKEA) zwei Dreier-Tritte aus Aluminium und zwei Holzklappleitern, einmal mit 6, einmal mit 8 Stufen. Außerdem eine Anlehnleiter aus Holz. Für den Außenbereich noch eine Schiebleiter, sodaß wir auf max. 6 m Arbeitshöhe kommen.
  • Gerüst: Unser Gerüst ist selbst entworfen, gebaut und aufgestellt und flexibel. Es besteht aus dicken Dielenbrettern, wie sie auf Baustellen so verwendet werden.
  • Roll-Böcke. Unsere sind von Wolfcraft und höhenverstellbar. Rollenbock heißt nicht, daß man ihn wegrollen kann, sondern daß er oben wahlweise folgende Auflagen hat: eine Kante wie bei einem üblichen Bock. Klappt man diese weg, hat man entweder eine Rolle, sehr praktisch in Kombination mit Zugsäge oder Tischkreissäge. Bretter oder Balken können damit entlanggezogen werden, dennoch geht die Unterstützung nicht verloren. Rollenböcke dienen auch ungemein der Sicherheit (keine in die Säge wegkippenden Balken) und Präzision. Kippt man die Kante in die andere Richtung, hat man einige Kugellager, mit denen man wohl freihand Werkstücke bewegen kann, an diesen Anwendungsfall kann ich mich aber bisher nicht erinnern.
  • Mobiler Werktisch:  auch dieser ist von Wolfcraft und er ist zumeist mit der Zug-Kapp- und Gehrungssäge belegt.
  • Werkbank: Diese haben wir uns aus Schalbrettern selbst gebaut, sie hat eine Höhe von knapp unter 1 m, ist 1,20m breit und 60cm tief.
  • Untertisch für die Tischkreissäge: Unser erstes selbstgebautes „Möbelstück“ nach Kauf der Tischkreissäge. Dieser Tisch ist zugleich, wenn man ihn umdreht, Transportkiste für die Tischkreissäge. 2 Menschen können die Säge so bequem tragen. Die Dimensionen sind folglich „ein bisschen größer als die Kreissäge“. Von der Höhe auf die Rollenböcke abgestimmt.
  • Sackkarre – zum Transport der eckigen Mörtelwannen und wofür man ihn eben noch so braucht. Wir haben zwei Sackkarren, eine aufrechte und eine liegende, die wie eine Transportkarre verwendet werden kann.
  • Plattformwagen (1 kleiner, 2 große) Diese Wagen haben uns schon beim Umzug gute Dienste geleistet und sind mittlerweile als mobiles Teilelager (mit Sortimentsboxen bestückt) und als Transportmöglichkeit für Kabelrollen (teils samt Abroller) auf der baustelle
  • Werkstattwagen: Wir haben die günstigsten Varianten, also ein „Regal“ mit 2 Ebenen, Schiebegriff und 4 Rollen. Meist liegen in der unteren Ebene die schweren werkzuege, obenauf das Zubehör, Schraubenkisten, Kleinkram, …  Davon haben wir mittlerweile auch 2.
  • Einmann-Platten-Stütze / Bausprieße – Kann bis zu 40kg halten, wir haben nur 2 davon. Diese verwenden wir z.B. beim Einbau von Laibungen (Thema Bauschaum und drücken) oder auch als Stativ, wenn der Nivelierlaser in hoher Höhe angebracht werden muss.
  • Mörtelwannen rund (40, 65 und 90l): zum Anmischen von Mörtel oder Putz und als Sandkasten- und Planschbeckenersatz auf schrägem Hof für die Kinder 😉
  • Mörtelwannen eckig 65l für Transport und Zwischenlagerung von Bauschutt. die 65l-Wannen passen gerade so auf die Sackkarre ohne vornüber zu kippen. Mithilfe der Sackkarre kann man so den Bauschutt einigermaßen komfortabel aus dem gebäude schaffen
  • PKW-Anhänger – als feststand, daß wir diese Haus kaufen und der Umzug bevorstand, haben wir uns für die Variante „In Stücken umziehen“ entschieden und eine Anhängerkupplung ans Auto bauen lassen. Der Anhänger, ein „Amigo“ von Hapert, ist ein Hochlader, das heißt die Räder sind komplett unter der Ladefläche. Dies ist aus zwei Gründen sehr praktisch: Wir haben eine schmale Hofeinfahrt und eine schmale Straße davor, in einem Stück ein- oder ausfahren geht nur mit einem schmalen Anhänger. Zudem kann man bei einem „Toploader“ alle 3 Wände komplett herunterklappen, was gerade beim laden und entladen von großen / schweren Dingen sehr praktisch ist.
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