Badsanierung nach mutiplem Wasserschaden

Das Thema Wasserschaden reißt bei uns nicht ab. Im Herbst 2015 ist uns im Badezimmer im ersten Obergeschoss ein Kupferrohr an einer Lötstelle undicht geworden und hat über Wochen hinweg die Wand zwischen Toilette und Waschbecken großflächig durchfeuchtet. Der Installateuer unseres Vertrauens hat die Stelle damals auch recht präzise gefunden und das defekte Winkelstück ersetzt. Seither haben wir auch einen Schadensfall bei der Versicherung laufen.

Nur ein Wasserschaden im Badezimmer ist nicht genug, zwei sind besser: Vergangenes Wochenende habe ich im Erdgeschoss bemerkt, dass es durch die Decke tropft und zwar im Bereich der Badewanne. Etwa 35-37 Tropfen in 5 Minuten sind dann bald in den untergestellten Eimer getropft.

Glück im Unglück: Die Tropfstelle war über dem Blauen Bad genau über der Duschwanne, d.h. das Tropfwasser ist weitgehend in die Duschwanne getropft.

Unsere Helden vom Installationsbetrieb haben schnell herausgefunden, dass ein Dichtring am Badewannenabflussrohr gefehlt hat bzw. derart verrutscht war, dass das Badewasser in den Hohlraum zwischen Wanne und Boden gelaufen ist, da stand eine Pfütze drin.Vermutlich war dieser Dichtungsring schon bei der Installation verrutscht und der Ablauf der Badewanne schon immer undicht. Die Fotos aus der Zwischendecke unter dem Bad lassen vermuten, dass es hier schon sehr lange feucht gewesen sein muss.

Jetzt haben wir also auch noch eine unplanmäßige Revisionsöffnung an der Badewanne und ein signifikanter Teil des Bodens unter der Wanne ist nass.

Dazu muss man sagen, dass oben im Badezimmer zwar Estrich auf dem Boden liegt, die Tragende Ebene jedoch aus dicken Holzbalken und Lehmwickelfüllung dazwischen besteht. Und das ist jetz alles schön nass, ca. 1-2m² unter der Badewanne.

Nun haben wir also zwei Schadensfälle bei der Versicherung laufen und es gibt verschiedene Optionen wie es nun weitergeht.

Plan A: Die Versicherung würde alle Kosten die für die Reparatur erforderlich sind übernehmen. Dazu müssten wir also Wand und Boden rausreissen und neu machen lassen. Am Ende hätten wir aber nichts gewonnen, weil wir die Installation im Bad erneuern wollen, sonst platzt und nächstes Jahr das Rohr an einer anderen Stelle. Und es ist sehr ungewiss, ob man eine durchfeuchtete Lehmdecke wirklich in endlicher Zeit getrocknet bekommt. Die Frage ist grundsätzlich, ob trocknen hier reicht oder ob nicht die Substanz ausgetauscht werden muss.

Zweiter Entwurf für die Neugestaltung des Badezimmers im ersten OG

Zweiter Entwurf für die Neugestaltung des Badezimmers im ersten OG

Plan B: Die Versicherung bezahlt uns einen kleinen bis mittleren vierstelligen Betrag und damit wäre alles abgegolten und wir könnten das Badezimmer nach eigenem Ermessen grundsanieren, d.h. also auch umbauen und dabei natürlich die entstandenen Schäden grundsätzlich beheben.

Im Raum steht gerade folgende Überlegung: Wir müssen zwecks Austausch der Wasserrohre aus Kupfer mit Lötmuffen durch aktuelle Leitungen ohnehin die gesamte hintere Wand bis auf einen Meter Höhe aufreissen (Modernisierung müssen wir ohnehin komplett selbst tragen), also etwas mehr als für die Regulierung des Schadens erforderlich, nämlich auf der gesamten Breite der Wand statt nur ca 150cm in der Mitte.

Der Fußboden muss ohnehin raus, mindestens jedoch der Estrich und die Fliesen, und müsste dann ge-bautrocknet werden.

Oder wir machen hier einmal alles: Fußboden bis auf die Balkendecke entfernen, d.h. die Lehmfüllung komplett rausnehmen und ersetzen durch moderne Baumaterialien. Das würde die Bautrocknung stark vereinfachen, da die Holzbalken doch recht schnell abtrocknen sollten, wenn sie erst einmal freigelegt sind, zumal vom Erdgeschoss her Luft an die Sache kommt.

Im neuen Boden könnten wir mit wenig Aufwand eine Fußbodenheizung fürs Badezimmer realisieren (Luxus!) und obendrauf eine garantiert wasserdichte Schicht aus Folie und Estrich verlegen lassen.

Was wir also nun benötigen, ist eine Kostenschätzung für diese Komplett-Sanierung.

Gleichzeitig soll ja auch noch das Gelbe Bad grundsaniert werden, wobei dort dann die Dusche ersatzlos entfallen würde zugunsten einer modernen Toilette und ausreichend Platz drumherum.

Wir haben uns bis jetzt noch nicht entschieden, wollen uns aber von der Versicherung auch nicht zu billig abspeisen lassen. Letztlich werden wir keinen finanziellen Gewinn dabei machen, möglicherweise durch die Grundsanierung allerdings eine sehr nachhaltige Lösung schaffen, die hoffentlich ein paar Jahrzehnte hält.

Wir werden uns darüber beraten und dann eine Entscheidung treffen. Baustelle und viel Dreck werden wir in jedem Fall haben.

Updates folgen an dieser Stelle.

 

Getagged mit: , , ,
Ein Kommentar zu “Badsanierung nach mutiplem Wasserschaden
  1. Ester Diemer sagt:

    Es hilft mir wirklich sehr, zu sehen wie die Kommunikation mit der Versicherung bei so einem Hausratsfall aussieht. Ich drücke euch die Daumen, dass Plan B eintrifft – das würde mich auch für unsere Badsanierung positiv stimmen. Schade auf jeden Fall, dass so eine starke Unterscheidung zwischen Sanierung und Modernisierung gibt, sonst wäre der der ganze Umbauplan bei uns (und bestimmt auch euch) deutlich simpler.

1 Pings/Trackbacks für "Badsanierung nach mutiplem Wasserschaden"
  1. […] war unser Installateur zusammen mit einem Verputzer/Fliesenleger da um sich ein Bild vom zu sanierenden Bad im ersten OG zu machen. Das Badezimmer ist aktuell ausgestattet mit einer einfachen Badewanne, Waschbecken einer […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*